23

newspager Poetry-Slam

newspager Poetry-Slam

Nachdem wir nun Platz 2 (17. Dezember) und 3 (15. Dezember) unseres letzten Poetry-Slams bereits vorgestellt haben, wird es heut Zeit für das Finale: Platz 1. Diesen belegte Matthias Klemm mit seiner Neuinterpretation des Goethischen Osterspaziergangs. Entstanden ist das Werk bereits während er die 8. Klasse besucht hat und innerhalb einer Krativaufgabe bei Frau Rolke beschloss den doch etwas in die Jahre gekommenen "Osterspaziergang" aus Faust etwas zu modernisieren. Aber genug erzählt!



Osterspaziergang mit vielen nebensächlichen Gedanken von Matthias Klemm 


Sooo! Also ein zeitgenösssisches Gedicht!

Hmmm ... Ich glaub', wenn ich so drüber nachdenk', die wird nicht so schnell ein Ende haben, die Geschicht'!

Wir können ja erst mal anfangen,

dort wo die Worte des Osterspaziergangs dam hals ganz normal klangen.

Ja der Wandel der Sprache, der hat es in sich,

Denn heutzutage klingen für uns diese Worte ganz komisch!

Vom Eise befreit - da fängt's ja schon an,

Ob da die Sonne überhaupt was dafür kann?

Der Klimawandel ist es doch angeblich,

Er ist doch für das Eis so schädlich?!

Da kann man ja nur drüber lachen,

Und sich daraus ne Freude machen!

Doch zurück zum kommenden Frühling.

Ja, das mit den Jahreszeiten ist schon ein Ding!

Irgendwie ist irgendwo fast jede Jahreszeit ja auch doof,

Und hat irgendwas, wo ich auch gerne mal rummoof:

Der Sommer zu heiß, der Winter zu kalt,

Der Herbst auch zu stürmisch - aber einen Trost gibt's ja im Winter: Der Frühling kommt bald Die Kälte des Winters ist dann vorbei, ich fühl' mich frisch, ich fühl' mich frei.

Denn JETZT kann ich wieder Rasen mähn' -

Ach, wie ist das Leben doch SOOOOOO schön!

Sicher, es gab im Winter den Schnee,

Da rief auch manches Kind: "JUCHEE!"

Aber jetzt sitz' ich bald wieder an 'nem Steuer -

Und werd - leider - auch manchem Getier zum Ungeheuer...

Das ist zwar nicht so toll,

Aber ich bin wieder LOL:

Laughing Out Loud - Ich lache laut,

Und bin dabei auf mein Werk auch noch PROUD...

Ja, stolz das darf ich vielleicht auch sein,

Denn Rasenmäh'n ist wichtig, wie ich mein'!

Doch wieder bin ich abgeschweift, habe das Ziel aus dem Blick verloren,

Doch dabei habe ich mir doch irgendwo auch ein Stück geschworen,

Dass ich bis dann und dann fertig bin...

Doch - Qualität vor Quantität - das ist das Motto derer, die nicht spinn'!

Jedenfalls sind alle zu Ostern sehr glücklich und froh,

Denn dass Jesus siegt, das ist nun mal so. (1)

Das wohl größte Wunder der Welt feiern wir heute,

Außer den Christen auch die anderen Leute.

Ob jung oder alt, Master of Business administration oder Schreiner -

Traurig sein tut heute keiner.

Freie Tage, freie Wochen

Braucht man sonst wär' man schon längst unterm Druck zusammengebrochen.

Und selbst, wenn noch nicht so viele Blumen sprießen,

Lohnt es sich, hinauszugehen, um viele schöne Dinge in der Natur zu grüßen.

Zu einem Stück Himmel auf Erden,

Ja, dazu kann Ostern werden,

Und frei von allem, was einen sonst bedrückt,

Ist man Gesellschaft, Rechthaberei und auch dem Effizienzdenken heut entrückt.


(1): vgl. Johann Christoph Blumhardt: Dass Jesus siegt, bleibt ewig ausgemacht